RE:Infibulatio

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IX,2 (1916), Sp. 2543–2548
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S. 1543, 12 ist einzuschieben:

Infibulatio (κρίκωσις), Durchbohrung des Praeputium mittelst einer fibula (κρίκος). Die Sitte ist erst aus römischer Zeit zu belegen und die hiebei notwendige Operation anschaulich geschildert bei Cels. de med. VII 25, 2 und Orib. L 11 (IV 475ff. Buss.-Dar.) nach Heliodoros. Der letztere Bericht ist viel ausführlicher, aber leider fragmentiert. Beide stimmen so überein, [2544] daß sie wohl auf die gleiche Quelle, offenbar Philoxenos (vgl. Wellmann Pneum. Schule 123) zurückgehen. Der Vorgang war danach im wesentlichen folgender: durch Vorziehen und Nachlassen der Vorhaut wird die passendste Stelle ausfindig gemacht, beiderseits mit Tinte bezeichnet und dann mit eingefädelter Nadel durchbohrt. Die Enden des Purpurfadens werden verknüpft und dieser täglich bewegt, nach Celsus bis zur Narbenbildung, nach Oribasius, um die Öffnungen zu erweitern. Nach letzterem wird die Vernarbung durch Einführung eines Stäbchens aus Zinn herbeigeführt, dessen Ende dünngehämmert ist. Hier bricht das Fragment bei Oribasius ab, während Celsus schließt: exemto filo fibula additur, quae quo levior, eo melior est. Diese Fibel wird von lateinischen Schriftstellern noch öfter erwähnt, die Form aber nur von dem Schol. Iuv. VI 379 angedeutet: fibulam dicit circellos. Das stimmt mit κρικοῦσθαι und κρίκωσις bei Oribasius, vor allem aber mit erhaltenen Darstellungen. So mit einer im Museo Kircheriano befindlichen etwa 10 cm hohen Karikatur eines Leierspielers aus Bronze, ungenau abgebildet bei Winckelmann Mon. ined.², Rom 1821, II 2 S. 245 nr. 188, danach Hovorka Fig. 93, besser nach einer Photographie bei Stieda S. 17 Fig. 8 und 9. Durch die Vorhaut des überlangen Penis ist ein Ring gezogen. Die gleiche Vorrichtung an einer im Hofmuseum in Wien befindlichen 9 cm hohen Bronzefigur eines auf einem Doppelblumenkelch stehenden Negers, abgeb. bei Stieda S. 18 Fig. 10. Vgl. R. v. Schneider im Jahrb. d. kunsth. Samml. d. allerh. Kaiserh. III (1885) 7 A. 10. Der Name fibula (s. d.), eigentlich Heftnadel, könnte mit der Form eines Ringes in der Weise in Einklang gebracht werden, daß man annimmt, der Ring sei offen und etwa wie unsere Schlüsselringe so eingerichtet gewesen, daß er elastisch auseinandergezogen, durch das durchbohrte Praeputium hindurchgesteckt und mittelst Ineinanderschnappen der Enden wieder geschlossen werden konnte. Aber die Ringe an den beiden angeführten Bronzefigürchen sind massiv und ohne jegliche Andeutung einer Teilung und nach Mart. IX 27, 12 wird das refibulare von einem Metallarbeiter (faber) besorgt. Gemeint ist also wohl ein geschweißter und für die Dauer angebrachter Ring. Die Frage der Anbringung hängt übrigens auch mit dem Zweck zusammen. Über diesen fehlt in dem Exzerpt des Oribasius leider jede Andeutung, dagegen läßt sich Cels. a. O. folgendermaßen vernehmen: infibulare quoque adulescentulos interdum vocis, interdum valetudinis causa quidam consuerunt, eiusque haec ratio est. Es folgt die besprochene Art der Operation und zum Schlusse: sed hoc quidem saepius inter supervacua, quam inter necessaria est. Damit sind zwei Iuvenal-Scholien zusammenzuhalten. Das oben zitierte lautet vollständig: fibulam dicit circellos, quos tragoedi sive comoedi in penem habent, ut coitum non faciant, ne vocem perdant. Ein zweites zu VI 73 omnes pueri vocales fibulas in naturis habent, ne coeant. Nun beweist in der Tat, abgesehen von der Bronze im Kirchermuseum, auch eine Reihe von Stellen, daß vornehmlich Sänger, Kitharoden und Schauspieler infibuliert waren. So Iuv. VI 73. 379. [2545] Mart. VII 82. XI 76. XIV 215. Priapus von der Fibel bedroht: Priap. 68. 21. Danach also war der nächste Zweck der I. die Verhinderung des Beischlafes und mittelbar die Schonung der Gesundheit und – der Stimme. Geschlechtliche Enthaltsamkeit bei Sängern wird auch bezeugt von Gal. VIII 451 K. ὅσοι … ἢ ἀθλοῦντες ἢ φωνασκοῦντες ἄπειροι τῶν ἀφροδισίων διετέλεσαν κτλ. Doch scheint schon Celsus den praktischen Wert in Zweifel gezogen zu haben, und es ist auch nicht einzusehen, wie die Singstimme durch Enthaltsamkeit beeinflußt werden sollte. Geglaubt aber hat man es im Altertum jedenfalls. Sollte aber die I. ein wirksames Mittel für die geschlechtliche Enthaltsamkeit sein, so konnte eine abnehmbare Fibel kaum genügen, sondern es mußte offenbar ein geschmiedeter Ring verwendet werden. Wie bekannt und verbreitet die Sache war, beweist der Umstand, daß noch die Kirchenväter die Ausdrücke fibulam imponere und relaxare in übertragenem Sinne verwenden konnten: Tertull. de corona 11; de pudic. 16. Lactant. div. inst. I 16. In merkwürdiger Bedeutung kommt der Ausdruck fibula an zwei Stellen des Martial vor. Das einemal, VII 82, bekleidet (vestit) eine fibula das Glied des Menophilus, so groß, daß sie für alle Komoeden genügt hätte. Der Dichter hatte geglaubt, er trage sie zur Schonung der Stimme; als sie aber einmal dem Bedauernswerten beim Turnen in der Palästral herabglitt, kam der eigentliche Grund zutage: er war beschnitten (verpus). Ein andermal, XI 76, trägt der Sklave der Caelia im Bade in ähnlicher Weise eine theca aenea, also ein Metallbehältnis, obwohl er kein Citharöde oder Chorsänger ist. Der Dichter vermutet, dies geschehe, weil die Herrin das Glied nicht sehen wolle, er fordert sie aber zum Schlusse auf: fibulam remitte. Es scheint, daß an beiden Stellen der Ausdruck fibula auf eine Art Metallkapsel übertragen ist, die den Zweck hatte, den Penis zu verhüllen und somit ebenfalls den Beischlaf zu verhindern, die aber doch bei starker Bewegung herabgleiten konnte. Die Sache ist indes ohne weitere Belege und daher noch nicht genügend aufgeklärt.

Der Ausdruck I. wird in der archäologischen Literatur ohne sachliche Berechtigung auch auf eine andere ältere Art der Fesselung des männlichen Gliedes angewendet, für die nur der griechische Name, und auch dieser nur bei späten Grammatikern erhalten ist: κυνοδέσμη. Die Stellen sind: Poll. II 171 ᾧ δὲ τὴν πόσθην ἀπεδοῦντο, τοῦτον τὸν δεσμὸν κυνοδέσμην ὠνόμαζον. Hesych. s. v. κυνοδέσμη· δεσμὸς ἀκροποσθίας . Phot. s. v. κυνοδέσμη· δερμάτιον, ᾧ τὰς ἀκροποσθίας ἀποδοῦσιν οἱ περὶ τὰς ἀποδύσεις ἀσχημονοῦντες. Bekker Anecd. 49, 17 κυνοδέσμαι· οἷς τὰ αἰδοῖα οἱ Ἀττικοὶ ἀπεσλπύμμένοι ἀποδοῦνται· κύβα δὲ τὸ αἰδοῖον ἐκάλουν. Die Kynodesme (eigentlich ,Gliedfessel‘) war also ein dünner weicher Riemen (vgl. Gal. X 1001 K.), mittelst dessen die Vorhaut abgebunden wurde. Die Sache ist durch zahllose Monumente illustriert, von denen einige so deutlich sind, daß über die Art der Anbringung kein Zweifel herrschen kann. Sie zeigt verschiedene Abarten. Die einfachste besteht in dem bloßen Abbinden der Vorhaut des freihängenden Gliedes. Es kann in einfacher Knotung bestehen, so daß nur die [2546] beiden Riemenenden herabhängen, wie z. B. bei Amykos und Polydeukes auf der Ficoronischen Cista (Reisch in Führer³ II 1752), oder der Riemen kann eine Schleife bilden (Münchner Amphora bei Gerhard Auserl. Vas. IV Taf. 244, gerade in diesem Detail ungenau; vgl. vielmehr Hovorka Fig. 94 nach meiner Bause). Die erstere, einfachere Art auch getragen von Peleus im Ringkampf mit Atalante auf einem etruskischen Spiegel: Gerhard Etr. Sp. III Taf. 224, von komischen Schauspielern am künstlichen Glied bei Wieseler Theatergeb. Taf. II Fig. 6. Wie Epheben die Kynodesme selbst anlegen, ist gut zu sehen auf einem Krater aus Capua, Arch. Zeit. XXXVII (1879) Taf. 4 und auf einem Schalenfragment in Bologna, abg. bei Stieda Fig. 14. Eine zweite, überaus häufig dargestellte Abart dieser Vorrichtung zeigt das Glied nach oben gebogen oder geringelt, ja oft bis zur Schneckenform stilisiert. Das von Stieda S. 45 als Grund der Erscheinung angegebene Mißverhältnis zwischen der Größe des Peniskörpers und der umgebenden Haut, die wegen ihrer Kürze bei der Abbindung vorgezogen werden müsse und dann die Krümmung des Penis hervorrufe (sog. Posthornpenis), scheint zur Erklärung nicht zu genügen, da das Glied, nach den Darstellungen zu schließen, außerdem noch befestigt sein muß. Die Einzelheit ist, namentlich auf Vasenbildern, wegen der Kleinheit meist undeutlich, aber einige genauer gezeichnete Beispiele und insbesondere auch Skulpturen sprechen doch entschieden dafür, daß das Glied nicht nur, wie oben geschildert, vorn abgebunden ist, sondern daß die Enden des Riemens dann offenbar um die Wurzel des Penis geschlungen und festgebunden sind, so daß dieser zurückgestülpt und umgebogen erscheint. So besonders deutlich bei Ares an einer rf. Pelike in Athen 1333 (Katal. 1259), abg. Ἐφημ. ἀρχ. 1883 Taf. 7, oder an einem Faustkämpfer auf einer rf. Schale in Bologna, Certosa 177, ferner an der Anakreonstatue in Kopenhagen, abg. v. Christ-Schmid Gr. Lit. II 2 Fig. 8, an einer kleinen Pankratiastenstatuette im Louvre, De Ridder Nr. 1067. Bulle D. schöne Mensch² S. 168 Taf. 96 r. Vgl. auch Bull. d. Inst. 1836, 10. Eine dritte Art der Befestigung, die man als Abart der vorigen bezeichnen könnte, kommt auf einem etruskischen Grabgemälde von Chittsi wiederholt vor (Mon. d. Inst. V Taf. XVT) und besteht darin, daß die beiden Enden des die Vorhaut abschnürenden Riemens an einer Art Gürtel befestigt werden, so daß der Penis nunmehr nicht geringelt, sondern gerade nach oben gezogen ist. Auch ein Festhalten desselben durch den Gürtel selbst, hinter den er einfach gesteckt wird, ist hier einmal dargestellt. Am häufigsten findet sich von diesen drei Arten die zweite, und zwar bei Athleten, bei Künstlern verschiedener Art, aber auch bei mythischen Personen. Bei Athleten z. B. noch am sog. Apollo Choiseul-Gouffier, abgeb. Bulle a. O. 205; an dem berühmten Faustkämpfer im Thermenmuseum, Helbig Führer II³ 1350; an einer Diskobolstatuette, Stephani 1869, S. 146; vgl. auch Ἐφημ. ἀρχ. 1883, 103: eine Herme mit Ephebeninschrift. Häufig auf Vasen, z. B. Ann. d. Inst. 1846 tav. d’agg. M. Die Künstler, die die Kynodesme [2547] tragen, sind Musiker, Tänzer, Schauspieler. Zu den ersteren gehört, von dem genannten Anakreon abgesehen, z. B. ein Leierspieler auf der rf. Akropolisscherbe G 122 oder auf dem rf. Krater in Neapel, Racc. Cum. 86406. Beispiele tanzender Männer bietet eine rf. Schale Berlin 2529. Die besonders zahlreichen Beispiele komischer Schauspieler und Phlyaken, die an ihrem meist überlangen künstlichen Phallos die Vorrichtung angebracht zeigen, zuletzt gesammelt von Heydemann Jahrb. I 263f. und von A. Körte Jahrb. VIII 77ff. In gewissem Zusammenhang mit diesem Vorkommen scheint der Gebrauch der Kynodesme beim Komos zu stehen, wo die Teilnehmer ja vielfach musizieren. So auf zwei streng rf. Schalen Berlin 2289 und 2309, dann auf einer Enphroniosschale bei Hartwig Meistersch. Taf. XLIX. Eine interessante, aber vereinzelte Darstellung bietet ein rf. Aryballos des 5. Jhdts., veröffentlicht von Pottier in den Mon. et Mém. Acad. d. inscr. et belles–l. XIII (1907) 149ff. pl. XIII. Hier hat ein Kranker, dem der Arm vom Arzt verbunden wird, desgleichen ein zwerghafter Diener mit einem Hasen auf der Schulter den Penis aufgebunden. Das Vorkommen der Kynodesme bei mythischen Personen erklärt sich ungezwungen als Analogie der Verwendung im menschlichen Leben. Auf dem rf. Amphorenhenkel im Louvre 132 trägt sie Κερ]κυανεύς als Gegner des Theseus im Ringen, und sie kommt bei Göttern auch im Waffenkampfe vor, wie bei Ares (s. o.) sowie bei Poseidon und einem Giganten (Pollak Zwei Vasen aus d. Werkst. Hierons Taf. V). Nicht selten auch im dionysischen Thiasos; so bei Silen auf drei Berliner Vasen 2290. 2402. 2409. bei Satyrn auf solchen in Neapel 3081. 3240, in Bologna, Mus. ital. II tav. I nr. 3. Hieher gehört auch die Marsyasstatue der Villa Borghese, Helbig Führer II³ 1564 und die kolossalen Satyratlanten im Louvre (Clarac 298,1725). Auch die Marmorstatuette eines Pan im Nat.-Mus. zu Athen 683 zeigt das Glied aufgebunden; abgeb. Arndt-Amelung Einzelaufn. 709.

Über den Grund der Anbringung der Kynodesme gehen die Meinungen auseinander, und es werden drei Gesichtspunkte geltend gemacht. ,Die Erhaltung männlicher Kraft‘ führt Stephani 1869, 151 an, wirft aber in seiner Darstellung I. und Kynodesme zusammen. Trotzdem haben ihm andere nachgesprochen. Hovorka 140 hält hingegen die Kynodesme ,für eine wohlbegründete Schutzvorrichtung, um die äußerst empfindliche Oberfläche der Eichel vor äußeren Insulten zu schützen, um das durch Reiben, Zerren und Baumeln gefährdete Glied zu immobilisieren‘. Interessant ist, daß der andere medizinische Bearbeiter dieser Frage, Stieda, hiegegen entschieden Stellung nimmt. Er erklärt die I. medizinisch als unvollständige, die Kynodesme als vollständige Phimose und gibt für letztere einen dritten Zweck an: ,die I. mittels des Bandes ist keine Schutzvorrichtung, kein Zeichen geschlechtlicher Enthaltsamkeit, sondern eine durch das Schamgefühl der damaligen Zeit gebotene Sitte – eine Anstandssitte. Es sollte die Eichel des Schamgliedes bedeckt werden, weil die Entblößung der Eichel als unanständig galt‘. Der erste Grund, der der Enthaltsamkeit, der bei der römischen [2548] I. sicherlich die Hauptrolle spielt, wird bei der leicht abnehmbaren, von den Athleten erst vor dem Turnen eigenhändig und sichtlich ad hoc angelegten Kynodesme mit Recht abgelehnt, da dies in der Tat nur ein Versuch mit unzureichenden Mitteln wäre. Die Entscheidung betreffs der beiden anderen muß von den alten Nachrichten ausgehen, die aber unergiebig sind und daher indirekte Schlüsse notwendig machen. Eigentlich wird an zwei der oben angeführten Stellen nicht der Zweck der Vorrichtung, sondern nur die Träger angegeben: ἀσχημονοῦντες (Phot.), ἀπεσκολυμμένοι (Anecd.). Letzteres bedeutet, wie die Mediziner richtig darlegen, nicht ,Beschnittene‘, sondern ,deren Vorhaut sich zurückzieht‘, ein Mangel, dessen Behebung ebensowohl gesundheitliche wie ästhetische Gründe haben konnte. Dagegen deutet der erste Ausdruck, der in der Sache mit dem zweiten gleichbedeutend ist, doch wohl nach dem ästhetischen Gesichtspunkt hin: ἀσχημονοῦντες, weil die entblößte Eichel einen häßlichen Anblick darbietet; folglich scheint der nächste Zweck der Kynodosme, dieses Häßliche zu bedecken. Zur Behebung eines solchen Mangels waren neben dem Palliativ der Kynodosme auch operative Eingriffe üblich (Cels. VII 25. Gal. X 1000ff. K), und Celsus gibt ausdrücklich einen ästhetischen Zweck an: si glans nuda est, vultque aliquis eam decoris causa tegere, fieri potest. Damit ließen sich nun allerdings alle Beispiele erklären, die einfache Abschnürung aufweisen, nicht aber diejenigen, wo noch ein Aufbinden des Gliedes hinzukommt. Das hieße ja etwas Häßliches durch etwas noch Häßlicheres und mit Rücksicht auf den vorausgesetzten Zweck Überflüssiges ersetzen. Wohl aber spricht die Befestigung für eine Schutzvorrichtung. Man wird also wohl der Wahrheit am nächsten kommen, wenn man beide Zwecke nebeneinander gelten läßt. Für beides, namentlich aber für Schutzvorrichtungen finden sich auch heutzutage Analogien bei wilden Völkern. Vgl. Hovorka 141ff. Ztschr. f. Ethnol. 1885. Bei komischen Schauspielern ist natürlich mit dem abgebundenen künstlichen Phallos lediglich eine komische Wirkung beabsichtigt, und Ähnliches kann auch bei den mythischen Mischwesen vermutet werden. Literatur. Stephani Compte rend. 1869, 146ff. 1876, 91. 1881, 67, 2; Museo camp. XI 72. 0. Hovorka von Zderas Verstümmelungen d. männl. Gliedes, Mitt. d. anthrop. Ges. in Wien XXIV (n. F. XIV) 1894, 131ff. L. Stieda D. Infibul. bei Griech. u. Röm., Anatom. Hefte v. Merkel u. Bonnet Heft LXII (19. Bd. Heft 2).