Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 16981699
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Drepsa (Δρέψα μητρόπολις), in Sogdiane, nordöstlich vom oberen Oxos, im Gebiet der Drepsianoi gelegen, Ptolem. IV 12, 4. 6. VIII 23, 13. Ammian. Marc. XXIII 6, 59. Unter der Voraussetzung, dass der Oberlauf des Oxos zufolge der Ausbreitung der helleno-makedonischen Herrschaft über die sakischen Cantone bis zur Bodenschwelle des Pamir und infolge der Berichte der persischen Agenten des Kaufmannes Maïs Titianos über die [1699] serische Handelspassage thatsächlich zur Kunde des Marinus von Tyros gelangt war, und dass demnach dieser Oberlauf den heutigen âb-i-Panğa oder den Vaχšu der orientalischen Schriftquellen bezeichnet, liesse sich die Metropole D. etwa nach Badaχšân verlegen und der Name auf das zendische Wort drafša ,flatternde Fahne‘ (als Symbol der Macht) zurückführen. Dawider spricht jedoch sowohl die grosse Namensähnlichkeit mit der baktrischen Feste Darapsa (s. d.) oder Drapsaka, dem heutigen Anderâb, als auch der Umstand, dass im Pinax des Ptolemaios der Oberlauf des Oxos direct von Süden aufwärts, und nicht von Osten her, streicht und demnach am passendsten auf den heutigen âb-i-Kundûz (s. Choana) bezogen werden darf. Bei der grossen Verwirrung, welche im Pinax bezüglich der Grenzen und Ortslagen von Sogdiane und Baktriane herrscht, empfiehlt es sich, auch hier an der Akribie des ptolemaeischen Ansatzes zu zweifeln und lieber die Gleichstellung von D. mit Darapsa anzunehmen.