RE:Χιλιαστύς

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Unterabteilung in d. gr. Bürgerschaft
Band III,2 (1899) Sp. 2277
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Χιλιαστύς. Unter den verschiedenen Unterabteilungen der griechischen Bürgerschaft findet sich auch eine Einteilung nach χιλιαστύες oder Tausendschaften, die aus einer ursprünglichen Heereseinteilung entstanden zu sein scheint; dieselben zerfallen in ἑκατοστύες oder Hundertschaften. Der Rang, den die χ. in den einzelnen Staaten einnehmen, ist verschieden, und so kann Hesychios χιλιαστύες einmal als φυλαί erklären, dann wieder s. ἑκατοστύς hinzufügen ὡς χιλιαστὺς συγγένεια. In Samos sind die χ. die den Phylen unmittelbar untergeordneten Einheiten, zerfallen in ἑκατοστύες und diese in γένη. Das geht aus den Bürgerrechtsdiplomen der Insel hervor, von denen uns mehrere inschriftlich erhalten sind und die die Zulosung der Neubürger zu diesen Abteilungen anordnen, so C. Curtius Inschr. und Stud. z. Gesch. v. Samos nr. 7. 8. 9 und Fabricius Athen. Mitt. IX 194ff. Dazu zu vgl. W. Vischer Kleine Schriften II 155 und Philippi Beitr. zur Gesch. des attischen Bürgerrechts 11 Anm. 114, ferner Burckhardt De Graec. civitatum divisionibus 31ff. Ebenso ist die χ. Unterabteilung der Phylen in Ephesos, und zwar sind uns inschriftlich folgende Chiliastyennamen in der Form von Demoticis bekannt: 1) aus der Phyle der Ἐφεσεῖς: Ἀργαδεύς, Βωρεύς, Λεβέδιος, Οἴνωψ 2) aus der Phyle Σεβαστή: Λαβάνδηος, Σιεύς, ...μηος; 3) aus der der Τήιοι: Εὐρυπόμπ..., Ἐχεπτολεμεύς, Ἠγητόρειος, ...εόντηος; 4) aus der der Καρηναῖοι: Ἀλθαιμενεύς, Ἐχύρεος, Πεῖος, Σιμώνεος, Χηλώνεος, 5) aus der der Εὐώνυμοι: Γλαύκηος, Πολύκληος, 6) aus der Phyle Βεμβίνης: Αἰγώτεος, Πελάσγηος. Hierüber vgl. Anc. gr. inscr. of the Brit. Mus. III 2 p. 69.

Eine in Kos gefundene Inschrift Bull. hell. V 210 enthält das Decret einer nicht feststellbaren Stadt und erwähnt gleichfalls Chiliastyen.

In Methymna auf Lesbos heisst die Abteilung χέλληστυς und steht unter einem χελληστυάρχας, scheint aber keine höhere Abteilung über sich gehabt zu haben. Es ist bezeugt ein κοινὸν τῶν Φωκέων Collitz Dial.-Inschr. 278 und ein κοινὸν τῶν Πρωτέων Collitz 276, die beide im weiteren Contexte der genannten Inschriften als χ. bezeichnet werden, und eine χέλληστυς Ἐρυθραίων CIG 2168 b = Collitz 278. Auf Ergänzung beruht eine χέλληστυς] ἀ Σκυρ[ίων Athen. Mitt. XI 286; s. übrigens auch Bull. hell. IV 437. Endlich erwähnt W. Vischer Kl. Schr. II 156 eine Inschrift, die er in Chios abgeschrieben, die aber angeblich vom kleinasiatischen Festland stammt und in der ἡ χιλιαστὺς ἡ Χαλκιδέων als stiftende erwähnt wird. Da Paus. VII 5, 5 von einer Phyle der Chalkidier in Erythrai spricht, hat Vischer die Inschrift dorthin versetzt und in ihr das Zeugnis für eine Chiliastyeneinteilung in Erythrai erblickt. Andere Städte, wie Byzanz haben zwar Hekatostyen, aber keine Chiliastyen.