RE:Androkleia

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2145
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Androkleia (Ἀνδρόκλεια) und Alkis (Ἀλκίς) sind nach einer thebanischen Kultsage (Paus. IX 17, 1) Töchter des Antipoinos, die sich vor dem von Herakles entschiedenen Kriege der Thebaner gegen Orchomenos freiwillig für ihr Vaterland einem Orakel gemäss statt ihres feigen Vaters opferten. Pausanias erwähnt, sie seien begraben im Heiligtume der Ἄρτεμις Εὔκλεια am proitidischen Thore, das in der Richtung nach Chalkis lag. Ursprünglich werden Ἀνδρόκλεια und Ἀλκίς ebenso wie Εὔκλεια Beinamen dieser Artemis sein. Abgelöst und verselbständigt erhielten sie Personen zu Trägern, die diesen Namen entsprechend erfunden und an eine aus der Sage bekannte Gefahr Thebens angeknüpft worden sind: ein schwerlich alter aetiologischer Mythos.