Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1789
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Amazonia (Ἀμαζονία), Titel eines dem Homer zugeschriebenen Epos, nur bei Suidas s. Ὅμηρος. Als sein Stoff stehen zur Wahl die beiden, so viel wir wissen, allein episch behandelten Kämpfe der Amazonen gegen Theseus (in der Θησηίς, Plut. Thes. 28) und gegen Achill. Letzterer wird auf Grund der in dieser Hinsicht ganz unzuverlässigen (Herm. XXVI 593. 597) ὑποθέσεις des Proklos dem kyklischen Epos Αἰθιοπίς beigelegt. Jedoch ist sein Inhalt, Kampf des Achilleus und der Penthesileia, in sich geschlossen, deshalb das Epos wohl als ein selbständiges anzusehen. Dass es ebenso wie an die Aithiopis auch an den Schluss der Ilias angehängt wurde, beweisen die Verse (Schol. Twl. Il. XXIV 804) ὣς οἵ γ’ ἀμφίεπον τάφον Ἕκτορος· ἦλθε δ’ Ἀμαζών, Ἄρηος θυγάτηρ μεγαλήτορος ἀνδροφόνοιο und der homerische Becher D bei Robert 50. Berl. Winckelmannsprogr. 26, s. oben S. 1103. Dass dies Epos die homerische Ἀμαζονία war, hat Lobeck Aglaoph. 417 vermutet, es wird auch wahrscheinlich durch die Zusammenstellung der A. mit der Ἰλιὰς μικρά und den Νόστοι bei Suidas. Welcker Ep. Cykl.² I 292ff. II 424ff. giebt der A. den attischen Amazonenkampf zum Inhalt; jedoch war dieser auch in der Θησηίς behandelt, und dass ein so junges attisches Epos dem Homer beigelegt worden sei, ist weder überliefert, noch glaublich.