Post- und Botenwesen im Wirzburgischen etc.

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Post- und Botenwesen im Wirzburgischen etc.
Untertitel: (Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden.)
aus: Journal von und für Franken, Band 2, S. 602–605
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1791
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
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VIII.
Post- und Botenwesen im Wirzburgischen etc. (Auszug aus dem Tagebuch eines Reisenden.)
Aus eigener Erfahrung bemerkte ich, daß man in dem größten Theil des Fränkischen Kreises nicht informirt ist, welche Taxe bey den Fränkisch-Wirzburgischen und, so viel ich weiß, auch Bambergischen Postämtern eingeführt sey. Eben so wenig Nachricht wird man auch von dem dortigen Botenwesen haben, welches freylich nicht so wohlfeil und bequem,| als an andern Orten von Franken z. B. Nürnberg, Anspach, Erlangen, Altdorf, Schwabach, Bayreut etc. anzutreffen ist.
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Die Posttaxe ist in den oben genannten Fürstenthümern im Fränkischen Gulden-Fuß. Man zahlt sowohl für Briefe, die Franco aufgegeben werden, als für die, so diese Postämter gar nicht berühren, jederzeit ein Fünftel mehr, als man auf einer andern Station zu bezahlen haben würde, die nicht so glücklich ist, diese hohe Taxe einzunehmen. Die in dem ganzen H. R. Reich von den Postämtern im 24 fl. Fuß aufgeschriebenen Zahlen, die auf den Briefen gewöhnlich zu lesen sind, müssen dort im Fränkischen Fuß gezahlt werden. Die 4 kostet 5 u. s. w. Wie oder auf was Art diese Erhebung von auswärtigen Briefen etc. gerecht oder billig sey, darüber wird daselbst nichts gesagt. Wer darüber näher nachfragen könnte, bedarf es vielleicht nicht, oder hält es für keinen Gegenstand der Landes-Policey, oder – Zur mehreren Beschwerde der Correspondenz und Gebrauchs des Postwagens, existiren noch folgende Einrichtungen. – Man zahlt für jedes Paketchen, (mit oder ohne Wehrt) das mit dem Postwagen kommt, ausser der Fracht-Taxe, 4 kr. Rhn. Einschreib-Gebühr, eben so| viel für einen Postschein, das nämliche für einen Brief, der ein Recommendations-Zeichen hat.[1]

Mit dem Botenwesen hat es folgende Beschaffenheit. Von einem Briefe vom nächsten Ort zum andern zahlt man 2 Dreyer. – Von Landkutschen, wie sie an den oben genannten Orten eingeführt sind, weiß man sich keinen Begriff zu machen. Man sagte mir: ein Einwohner einer Stadt, die von der Residenz einige Stunden entfernt ist, habe eine dergleichen Landkutsche anlegen wollen; allein dieses Project habe von dem Postamt[2] Widerstand gefunden, daher sey es unterblieben. –

Mich dünkt, es gehöre mit zu vortheilhaften Betriebs-Anstalten und daher zu einer guten Landespolicey, daß sie sorge, damit jedermann sichere und wohlfeile Gelegenheit habe, sich wechselseitig alles mittheilen zu können. Es gibt gewiß viele, die der Regierung für Beförderung von dergleichen Anstalten sehr viel Dank haben würden.

Alle und jede Personen, die in dergleichen Orten und Gegend Correspondenten haben,| würden ihnen einen wesentlichen Dienst erweisen, wenn sie sich wegen des Briefporto dießfalls näher mit ihnen verstehen wollten. Es gibt Personen, die 100-200 fl. Fränk. jährlich Postgeld zu zahlen haben; sie zahlen also 25-50 fl. mehr als auswärtige. Ob nun dieses freywillig oder gezwungen gezahlt wird, weiß ich nicht.

Daß man Briefe nicht gerne unfrankirt annimmt, und so gar, wie mir selbst geschehen, zurück gibt, und von andern Orten her Briefe, die ordnungsmäßig frankirt werden müssen, dennoch von solchen unbezahlt empfängt, dieß verschweige ich nebst anderen kleinen Mißbräuchen, und zwar um der lieben Ruhe willen.



  1. Warum hier im Rheinischen Fuß?
  2. Warum von dem Postamt?