Hauptmenü öffnen

Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1881/19)

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Kleiner Briefkasten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 19, S. 320
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[320] F. G. in Triest. Hoho! Sie werfen sich ja in die Brust wie ein Spanier, Liebster. Von einer Redaction, die, wie die unsrige, mit Manuscripten – darunter recht viel unwillkommene Gäste – wahrhaft überschwemmt wird, kann kein billig Denkender verlangen, daß sie eingesandte Beiträge, die nicht eiliger Natur sind, von heute auf morgen erledige. Eine Lagerungsfrist von zwei bis drei Wochen ist für solche Einsendungen wahrlich ein nicht lang bemessener Termin. Kühlen Sie also Ihr Müthchen und – warten Sie! Woher sollten wir die Zeit nehmen, wenn wir alle unbilligen Wünsche in dem ungenirten Stile des Ihrigen erfüllen sollten? Und nicht nur eilige Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Manuscripts wollen Sie, nein, auch den „Abdruck in der nächsten Nummer“. Sie verwechseln den Geschäftsgang von Tageblatt-Redactionen mit den durch die Natur der Sache gebotenen Gewohnheiten im Bureau der „Gartenlaube“. Haben Sie ganz vergessen, daß wir vierzehn Tage bis drei Wochen zur technischen Herstellung einer Wochennummer gebrauchen? Mit Ihrer Forderung bezüglich der nächsten Nummer sieht es also etwas windig aus, lieber Herr.

H. Ke. in Brünn. Das von Dr. Kalthof herausgegebene „Correspondenzblatt für kirchliche Reform“ (Berlin, C. Barthel’sche Buchhandlung) erscheint monatlich einmal. Der Abonnementspreis beträgt für’s Jahr, incl. Zusendung, zwei Mark pränumerando.

V. in Mainz. Ihr Arzt hat Ihnen gerathen, Ihrer Nerven wegen das Tabakrauchen aufzugeben, und nun fragen Sie uns, ob Sie wenigstens die von Nicotin befreiten Cigarren der Firma Dr. R. Kißling und Compagnie in Bremen rauchen dürften? Ja, so fragen Sie doch Ihren Arzt! Was wir zufällig wissen und Ihnen mittheilen können, ist einzig soviel, daß Personen unserer Bekanntschaft, welche die gewöhnlichen nicotinhaltigen Cigarren nicht vertragen, solche von dem am stärksten auf den Organismus wirkenden Bestandtheil des Tabaks befreite Cigarren mit Behagen und Genuß rauchen. Natürlich wäre es das Einfachste, wenn Jemand, der keinen Kaffee oder keinen Tabak vertragen kann, diese beiden das geschwächte Nervensystem zu stark erregenden Genußmittel sofort aufstecken wollte. Aber das geht bekanntlich nicht so leicht, wie es aussieht, da der Mensch eben ein Gewohnheitsthier ist und sich daher sozusagen selber hintergehen muß, um sich mittelst coffeinfreien Kaffees, nicotinfreier Cigarren und ähnlicher „Phantasie-Artikel“ eine goldene Brücke zu bauen, über die er, ohne äußerlich die alte, liebgewonnene Gewohnheit aufzugeben, zur Beruhigung der Nerven zu gelangen vermag. Für Viele mag ein solches Vorgehen eine zeitweise Erholung des Organismus sein, für Andere einen Uebergang zu voller Enthaltsamkeit in der betreffenden Richtung erleichtern, ohne daß diese Mittel etwas von dem abschreckenden Charakter jener anderen besäßen, mit denen man den Kindern die Mutterbrust, den Trinkern die Flasche zu verleiden sucht, Aloe, Asafötida, Brechweinstein und wie diese Ekelstoffe sonst heißen. Die nicotinfreien Cigarren werden vielmehr auch aus edlen und wohlschmeckenden Tabakssorten dargestellt, und es liegt bei der genannten Bremer Fabrik die Garantie wirklicher Nicotinbefreiung vor; man kann vermuthen, daß sie angesichts des drohenden Tabaksmonopols, welches eine gute Cigarre nahezu unerschwinglich machen dürfte, eine besondere Bedeutung als Entwöhnungsmittel erlangen werden.