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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Ein Mönch sieht seinen Tod voraus
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aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 372-373
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
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Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[372]
428) Ein Mönch sieht seinen Tod voraus.
Fabric. Ann. Misn. L. II. p. 154. Vogel a. a. O. S. 58.

Im August des Jahres 1459 (oder 1463) ist zu Leipzig eine schwere Pest gewesen, an der allein im Paulinerkloster 29 Mönche verstorben. Darunter ist ein alter Mönch gewesen, Namens Martin Drentzizk, der den Tag und die Stunde seines Ablebens wußte. Als dieser vom Abte gefragt ward, ob er vermeine, einen gnädigen Gott zu haben, antwortete er: „lieber Vater, ich weiß die Schrift nicht und bin sehr ungelehrt, doch habe ich eine Gewohnheit gehabt, daß, wenn die andern Brüder gesungen, ich unterdeß einen Theil vom Leiden und Sterben Jesu Christi für mich genommen, dasselbe herzlich betrachtet und meinem Erlöser und Seligmacher inbrünstig Dank gesagt. An desselben Gerechtigkeit und Genugthuung für der ganzen Welt Sünde allein will ich gedenken. [373] Ich halte meine Gerechtigkeit und gute Werke für Koth auf den Gassen gegen den ewigen Schatz, den mir mein Herr Christus durch seinen Tod erworben hat. Und darauf ist gedachter Mönch, als die von ihm zuvor angekündigte Stunde gekommen, in Gott sanft und selig verschieden.“