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Die Stiftung des Klosters Mildenfurth bei Weida oder Heinrichs des Reichen von Plauen Traum

Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die Stiftung des Klosters Mildenfurth bei Weida oder Heinrichs des Reichen von Plauen Traum
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 49–50
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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648) Die Stiftung des Klosters Mildenfurth bei Weida oder Heinrichs des Reichen von Plauen Traum.
Limmer, Entw. e. urkundl. Gesch. d. Voigtlandes. Gera, 1825. B. I. S. 270.

Heinrich der Reiche, Voigt von Plauen, hatte in seiner Jugend seinen Bruder Bernhard beim Spielen mit einem Thorflügel geschlagen, so daß dieser von der erlittenen Quetschung zum Krüppel geworden starb. Ersterer konnte sich nun über diese Begebenheit nie ganz beruhigen, und als er im Jahre 1190 mit Kaiser Heinrich von der Belagerung Braunschweigs zurückkehrte und sich zu Magdeburg verweilte und seine Herberge bei den dasigen Regelherrn nahm, träumte es ihm in der Nacht des Marientages, er werde wegen dieses Mordes öffentlich vor dem kaiserlichen Gerichte angeklagt und zum Tode verurtheilt. In der Angst schrie er wirklich so laut zur Mutter Gottes um Hilfe, daß ihn Niemand ermuntern konnte, und so träumte er denn weiter, wie die heilige Jungfrau in Begleitung einer weißen Schaar von Heiligen und Prämonstratenser Mönchen aus der St. Marienkirche kommend sich zum Thron des Kaisers nahete und ihm [50] versicherte, daß, wenn er Almosen geben würde, sie für ihn um Gnade bitten wolle. So habe er im Traume die Stiftung eines Prämonstratenserklosters zu Ehren der heiligen Jungfrau versprochen, welches er auch auf des Magdeburgschen Erzbischofs Ludolph’s Ermahnen wachend gehalten und von dem Kaiser die Bestätigung darüber erhalten habe. Dies geschah im Jahre 1193.