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Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):231

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CCXXX verso:Bearbeiten

Das sechst alter

DAs ellend iamerig vnd trostlose volck der iuden hat nach der gepurt cristi. M.ccc.xxxvij. iar zu Deckendorff an der thonaw im bayerland zu uerschmehung vnnd belachung der goetlichen mayestat vnnd hohwirdigkeit desselben vnsers herrñ Jhesu cristi vnd vnsers heilligen cristenlichen glawbens. das allerhailligst sacrament vilfeltigclich gestochen. darnach in einen glueenden ofen gelegt. vnnd zu letst als er vnuersert blibe auff eim anpays mit hemern geschlagen. Als aber auß goetlichem willen solchs offenbar wardt do warden die iuden von Hartman von degenberg dem pfleger vnnd den burgern da sebst angenomen vnd auf erfarung der warheit mit gepuerlicher peen des tods gestraft. vnnd dieselb hostia des sacraments daselbst zumb heilligen grab wesende wirdt mit vil wunderwercken geeret.

ITem alle iuden in teuetschen landen warden darnach im iar cristi. M.ccc.xlviij. verprennt vnd beschuldigt das sie die prunnen vergiftet hetten. als denn ir vil des bekentlich warn.

HEwschrecken vnd gewuerme an zal vomb auffgang bis zumb nidergang wie ein dicker wolck den himel vberziehende haben diser zeit alle krewter vnd frucht der erden veroesigt. vnnd nach zerstoerung vnd gestanck derselben ein grawsame pestilentz geursacht.

EJn erbermdliche clegliche pestilenz fieng sich an in disem. M.cc.xlviij. iar vnd weeret drey iar durch die gantzen werlt auß von des ob genanten gewuerms oder hewschrecken wegen. Erstlich in India anhebende vnnd von dannen bis in brittannia. darnach in welsche land vnd franckreich vnd zu letst in teuetsche vnd hungerische land kriechende. vnd was bey allen volckern ein solcher geher vnd großer sterb das auß tawsent menschen kawm der zehend in leben blib. An ettlichen enden blib kawm der drittail menschen lebendig. vil stett. schloeßer. merckt. vnd doerffer starben gar auß vnd bliben oede. Ettlich maynten die iuden hetten disen iamer mit vergiftung der prunnen gemeret.

 
Gerhardus augustiner ordens

GErhardus senensis augustiner ordens ein erleuechter außleger der heilligen schrift ein syñreicher man vnd sancti Egidij romani ein nachfolger ist diser zeit zu mal alt gestorben vnd also ein hohgelert man gewest das er vil nutzperer vnnd loeblicher schriften gemacht vnd hinder ime gelaßen. der sich dann der heillig Bernhardinus sein landßman in begreiffung ettlicher seiner schriften gepraucht. vnd den auch Johannes andree fast gelobt hat.

GErhardus auch desselbens ordens vnd lerer der heilligen schrift ein Sauonensischer bischoff was diser zeit in achtunng vnnd mer geflißen sein volck zu nutz zefuerdern dann vber sie zeherrschen. So was er auch in gaistlichen rechten hohgelert. darinn er auch ettlich außlegung gemacht hat.

THomas von Florentz ein artzt weylend Dyni des artzts sun ist diser zeit an synnschicklichkeit nicht in mynderm ruom dann sein vater dauor gewesen.

 
Bartolus ein doctor

BArtholus de saxo ferrato ein fuerst der rechtgelerten verschynner zeit vnd ein vbe fließender außleger der rechten vnd ein iunger vnd zuhoerer Cyni vnd Jacobi bothigarij der doctoren. was diser zeit in schriftlicher erfarung verstentnus vnnd erklerung der rechte der gantzen werlt wunderperlich vnd hoh achtper. der dann vor andern außlegern der geschriben recht fuertreffenliche erklerung vber die kaiserliche vnnd werltliche rechte begriffen vnd vil außpuendiger loeblicher guoter ratschleg beschriben hat. Er starb aber imb. lvi. iar seins alters.

FRanciscus albergotus ein aretiner ein fester doctor vnd außleger der kaiserlichen recht was ein gehaymer vnd nachfolger Bartoli.

IAcobinus carrariensis herr zu Padua. der Marsilium erschlueg ward in disem iar als er vier iar daselbst geregirt het von Guilhelmo seinem sun den er auß einer zufrawen geporn het auch ertoedt darumb das er ine einen panckart gescholten het. dem nach forderet er den vater auff ein haymlichs ort vnd erstache ine mit eim schwert vnd hieß ine in sant Augustins kirchen begraben vnnd darumb nicht eytels noch vergebens hat der herr gesprochen. Welcher mit dem schwert schlecht der wirdt mit dem schwert vergeen.

CCXXXI recto:Bearbeiten

der werlt
Blat CCXXXI

CArolus der vierdt des namens ein hohberuembter kaiser kome mit seinem gemahel vnd suenen zu babst vrbano gein Rom nach der gepurt des herren. M.ccc.lxviii. iar.[1] Nw zohe er durch Paduam vnd Bononiam in ethruriam. vnd als er gein Pisa kome do ergaben sich ettliche stett an ine zu dem Roemischen reich. Er bracht auch ettlich gelt auß den Florentinern die sich der widerspennigkeit ettlicher inen vnderworffner Ethrurischer voelcker besorgten. die inen denn begegnet weer wo allain der kaiser verwilliget het. Dieweil aber Carolus zu rom was do manet er babst Vrbanum die hawbter der heilligen appostel Petri vnd Pauli zesuchen. die warden auß goetlichem willen gefunden vnd in sant Johansen lateranensis kirchen an ein syhtpere statt gesetzt mit vil silber gold vnd edelm gestayn gezieret. Diser Carolus gieng eins malß zu Prag in die hohen schuol. darinn er dann die mayster der freyen kunst disputiren bey vier vren hoeret do wurde sein ritterschaft vngedueldig vnd sprachen zu ime. es wer nachtmals zeit. do antwurtet er vnd sprach. es ist mir noch nit zeit sunder euch dann diss ist mein nachtmal. Diser Carolus forderet eins mals zu ime einen menschen der ine vomm leben zumm tod bringen wolt vnd raychet ime tawsent guldein mit denselben sein manpere tochter zebestatten. vnd sprach das er sich vber die erparmet die als die eltere doheym beschlossen wer. do dancket derselb man dem koenig vnd gieng zu den die ine auff des koenigs todt bestellet hetten vnd sprach. ich weßte nicht wer Carolus was aber nw mag ich den milten vnd barmhertzigen fuersten in kein weyße toedten noch vmbbringen. Zu diss kaiser Karls zeitten enstund in der kayserlichen reichßstatt Nuermberg große zwittracht darumb das die des rats vnd die erbern demselben kaiser Karl anhiengen. das was der gemaynde nit gewillt. vrsacher solcher auffruor waren ettlich auß der schmitzunft gaißpert genant. aber die sachen warden durch fleiß kaiser karls gestillet. die zuenft der handwerck abgestellet. die stat mit beßerer pollicey auffgerichtet. vnd die flaischhacker die dem kaiser vnd den des rats anhiengen mit eim ewigen faßnacht spil gefreyhet.

 
Orden der Iniesuatorum genant.

DIser orden hat vnder dem hernachgeschriben babst Vbano zu Sena der statt Ethrurie anfang genomen. die person desselben ordens fiengen an in den hewßern in werltlicher klaidung nach sytten der gaistlichen mit großer lieb vnd einer einfeltigen gaistlichkeit in dem schways vnd arbait irer hend versamenltlich zeleben vnd got zedienen. Als nw der benant babst sie fuer sich forderet do empfieng er ab irem leben ein gross wolgefallen, vnd gabe inen zu einer klaidung einen weyßen rock vnd ein verachtliche kappen. vnd verordnet inen zu eim schirmherrn einen tapffern vnd fast gaistlichen man der sein gesypter freuend was. Derselb gabe inen auß seim befolhnen gewalt ein groes klaid ob dem weyßen rock on geschuehe zetragen. vnd begabet sie mit vil freyheiten vnd gnaden also das sie nwmaln schier durch alle welsche stett fast gemert. guots lebens in hoher achtunng gehalten werden.

DEr orden der geregelten chorherren scopetini genant vnnd den man sant saluators haist hat auch diser zeit in dem senensischen feld von ettlichen gaistlichen vetern sant Augustins ordens vrsprung gehabt. Dieselben versamlung hat darnach babst Gregorius der .xi. angenomen bestettigt gefreyet vnd vnder den geregulirten chorherren gezelet. Dieselben personen tragen zu gedechtnus vnd eren irs ersten gaistlichen stannds ein weiß klaid mit eim weißen schepler ob eim weyßen leynin hembd. Sie geleben irer rennt vnd gullt vnd predigen nit. Sie hoern aber beichte. Biss heer sind die in großem werde vnnd achtperkeit gewest. dann diser orden hat an schriftlicher weißheit vnd an heilligkeit des lebens ettwieuil hohberuembt mann erzogen.

 
Johannes koenig zu franckreich

JOhannes der koenig zu franckreich hat nach der gepurt cristi .M.ccc.l. iar[2] nach absterben seins vaters philipsen in franckreich zeregiren angefangen vnd .xxv iar geregirt. vnd den krieg so sein vater mit Eduardo den koenig zu engelland anfienge fueroan gefueert. aber er wardt im sechsten iar seins reichs von demselben koenig Eduardo in dem pituriensischen feld vberwunden: vnd mitsambt Philipsen seinem sun gefangen. vnnd Gualterus der Athenisch hertzog mit .xxm. frantzosen in demselben streyt erschlagen. aber in dem dritten iar diser fengknus ließe koenig Eduardus disen Johannem mitsambt allen gefangen ledig. doch mit dem geding das Johannes sich nymmermer vndersteen solt einichen krieg wider Eduardum zefueeren. aber Johannes wardt vnlang darnach treuepruechig vnd vrsachet Eduardum von newen zu der waffen zegreiffen. also das Eduardus mit eim großen mechtigen heer in Franckreich zohe vnnd dasselb koenigreich mit großer nyderlag vnd schlacht langzeit beschediget.


  1. 1368 n. Chr.
  2. 1350 n. Chr.