Hauptmenü öffnen
019 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt XX
Nächstes Blatt>>> 021
Schedelsche Weltchronik d 020.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


XIX verso:

Das ander alter

Amazonia das lannd eins tails in asia vnd eins tails in europa bey albania gelegen ist von den weibern (die man amazones nennt) also gehaissen. die selben amazones sind der Gottier (die auß nydern Sircia außgiengen) weyber gewesen als ysidorus spricht. die nach betriglicher ertoedtung irer mann ir waffen genomen vnd mit manlichen gemueet die veind angegriffen vnd also ein billiche rachsal des tods irrer mann begangen haben. dann sie erslagen mit dem swert alle manns person vnd behielten die weiber vnd tailten den raub der veind. vnd wurden miteinander zu rat darnach on gemainschafft der mann zeleben. vnd als ir mann alveg zwen koenig hetten gehabt. also erwelten sie auß ine zwu frawen. nemlich marsepiam vnd Lampetaz ueber sie zeregirn. der eine pflage mit heer wider die feinde zefechten. vnd die ander des gemainen nutzs die weyl anheims zewarten. vnd sie wurden in kurtzer zeit so starck streyterin das sie einen grossen tail asie schier hundert iar irer herschung vnderworffen hetten. vnd sie liessen kain mansperson vnder ine wonen. Aber zu geperung der kinder erwelten sie ine mann auß den nechesten voelkern mit den selben vermischten sie sich zu etlichen zeiten. vnd wen sie empfingen so zwungen sie die mann von ine zeweichen. vnd so sie dann knaben geporn hetten die teten sie ab. oder schickten sie zu rechter zeit iren vattern. aber sie pflagen in die maydlein zebehalten vnd auff schiessen vnd iagen zeunderweisen. vnd den selben maydlein in dem sibenden iar ire rechte pruost außzeprennen. das sie on uebung des geschosses kein verhinderung hetten. der selben weyber grausamkeit hat erstlich hercules vnd darnach Achilles gezamet. Doch mer durch frewntschafft dann durch krefft. als in den geschichten der kriechen vnd diser weyber begriffen ist. Aber ysidorus spricht das sie durch den grossen alexander gantz außgetilgt seyen. doch alexanders

 

histori sagt das nit. sunder man sagt. als alexander an sie begert ime zinsper zesein hab ir konigin ime also hinwider geschriben. O koenig von deiner kluogheit ist sich zuuerwundern das du dich vndersteest mit weibern zedringen. dann ob vns das glueck also guenstig ist das du erniderligst so bist du billich geschend als ein ueberwundner von weybern. wern aber die goetter wider vns also erzuernet das wir dich nit ueberwinden moechten so dinet es dir dannoch zu kleinen eren das du weibern obgesicht hettest etc. Ab diser antwurt verwundert sich der hohgeporn koenig vnd sprach das zimlich wer nit durch swert noch grimmen. sunder mer durch lieb die weiber zeueberwinden. daruemb verlihe er ine freyheit vnd machet sie seinem gepiete gehorsaz nit mit vergeweltigung sunder mer mit frewntschafft.


XX recto:

Blat XX

der werlt

Der adel ist bey disen zeiten aufkomen vnd auß vil vrsachen eingestift. Zu erst auß not. dann do sich die menschen mereten vnd zu dem uebel genaigt waren do was not die frummen vor den boesen zebeschirmen. daruemb ward ein frummer man. der gerechter vnd weyser was dann ander erkorder. der der gemeinde vor wer: die tugenthaften fuerdert. die mitteln beschirmet vnd die boesen straffet. darumb der ist ein edler der da ist vor andern in tugenden mercklicher. dauon soellen sich (als hieronimus spricht) die edeln zwingen von der alten fruenkeit nit abzewencken. Zum andern auß vnwitzigkeit des gepoefels das ein gerechs gericht nit weste. dann sie warn also vertunckelter synn das sie nichts gross oder tapffers ermessen mochten anders denn was nach gemainen wone gehandelt ward. daruemb zu enthaltung des frids zwischen ine was not das sie fuersten auß der gepurt der edeln hetten. Zum dritten auß sundrer stercke. dann so zu zeiten ettlich gemainde von veinden beswert wurden so ließen sie auß rueffen. welch er sie von den feinden erlediget der solt adels recht fer sich vnd sein erben ewiglich behaben. vnd in diser weis sind vil geadelt worden. Zum vierden auß ueberfluessigkait der reichthuemer. dann zu zeiten wurden etliche menschen an narung also verarmet das sie sich vnd was sie hetten einem reichen mann ergaben vnd also die not irs mangels messigten. vnd als dann den selben reichen fuer edel vnd einen herren erkanten. Etlicher adel ist auch durch goetlichs einsprechen herkomen. vnd desselben adels ettlicher bliben. als in dauid. vnd ettlicher pald vergangen. als in Saul. Koboam etc. Vil adels ist auch durch vergeweltigung vnd wuetrigkait eingefuert. vnd des selben ettlicher gantz außgetilgt. vnd etlicher bestendig bliben. Aber nach sag der alten historien sind die stammen der edeln in der haydenschafft selten oder nie geewigt worden von irer hohfart vnd wuetrigkait wegen. Ir sind auch vil bey den cristen auß der selben vrsach vertilgt. dann die schrifft sagt. Der herr hat die stuel der hohfertigen zerprochen vnd fuer sie die senftmuetigen darauf gesetzt. Item nyemant hat ye den adel gehasset. dann er ist durch sichselbs ein begerlichs gut. Aber vil heiligen haben den adel geflohen von grosser beswernuß vnd geferlichkait wegen die darinn verporgen sind. Das hat sich wol erscheint in dem heiligen propheten dauid den got selbs so demuetigen dienstlichen erwelet.

Niniuem oder nisibin der groß Stat dreyer tagrayse hat ninus der assyrier koenig nach absterben seines vaters Belus gepawet vnd zu einer hawbtstatt seins reichs gesetzt vnd alles sein leben vngerueig gefuert. vnd auß newer begird der herschung den altten vnd der haiden sytten verwandelt. vnd seinen nahend geseßnen krieg gemacht vnd das vngeuebt volck zu der gegenwer pald ueberwunden. vnd als er nw nach gezamung seiner nachpawern mit zufallenden krefften stercker ward. vnd fueran auch ander volck ueberzohe. vnd ye die nehst vberwindung ein werckzeueg det andern was. also bracht er alles volck des aufgangs leichtiglich vnder sich. kriget er mit Zoroaste dem koenig Baractrianorum. als der selb erslagen ward do starb ninus auch vnd ließ Semiramidem sein weib vnd ninum noch also iungen. Zu diser stat wurd Jonas der prophet gesendt. vnd do er verstunde das auß seiner prophecei die suender der selben stat gottes barmhertzigkait erlangen wuerden. auff das er dann nit gesehen wuerd als ein vnwarhafftiger so widersetzet er sich der selben statt ir straff zeuerkuenden vnd vermainet er moecht dem angesicht gottes empfliehen. daruemb ward er in das meer gesencket vnd von einem meer visch verschlicket.

Die allerlasterlichst suend der abgoetterei. die ein anfang alles uebels ist hat zu disen zeiten iren vrhab genomen. allermaist von dreyen. vrsachen dye die menschen (als wir auß der alten schrifft sameln muegen) zu erung der abgoetter genaigt haben. nemlich forcht. liebkosung oder schmaichlerey vnd vleis oder kunst der hantwercker bey iren pilden.