BLKÖ:Petzval, Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Petzold und Petzolt
Band: 22 (1870), ab Seite: 154. (Quelle)
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Petzval, Joseph (Mathematiker). Zeitgenoß. Weder der „Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften“, noch Poggendorff’s „Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften“ geben nähere Auskunft über diesen ausgezeichneten Mathematiker. Auch meine wiederholten Versuche, die gewöhnlichen Lebensdaten, als Geburtsort, Jahr, Lebensgang und Berufswahl, zu erfahren, blieben leider erfolglos. Ich muß mich demnach außer Aufzählung der Schriften dieses Gelehrten nur auf Folgendes beschränken. Der Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften, welcher P. seit 19. Juni 1849 angehört, führt P. als Dr. der Philosophie, Ritter des österreichischen kais. Franz Joseph-Ordens, diplomirten Ingenieur und Professor der höheren Mathematik an der k. k. Universität zu Wien auf. Seine Werke sind, und zwar die selbstständig erschienenen, in chronologischer Folge: „Bericht über die Ergebnisse einiger dioptrischen Untersuchungen“ (Pesth 1843, Hartleben, 8°.); – „Die Ministerial-Verordnung und der neue Entwurf von 1850 über Habilitation der Privatdocenten“ (Wien 1850); – „Integration der linearen Differentialgleichungen mit constanten und veränderlichen Coëfficienten“, I. Band (2 Liefgn.). II. Band (3.–6. Liefg.) (Wien 1851 bis 1859, 4°., complet 29 fl.), dieses Werk, das P.’s Ruf begründete, ist im Drucke auf Kosten der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften erschienen. P.’s in Sammelwerken herausgegebene Abhandlungen sind, und zwar im I. Bande der von W. Haidinger gesammelten und durch Subscription herausgegebenen „naturwissenschaftlichen Abhandlungen“ (1847): „Ueber die Integration linearer Differential-Gleichungen mit veränderlichen Coëfficienten“, und im II. Bande (18483): „Ueber die Theorie des Größten und Kleinsten“; – in den Denkschriften und Sitzungsberichten mathem. naturw. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften folgende, auch in Sonderabdrücken ausgegebene Arbeiten: „Ueber die Schwingungen gespannter Saiten“; – „Ueber ein allgemeines Princip der Undulationslehre: Gesetz der Erhaltung der Schwingungsdauer“; – „Ueber die Unzukömmlichkeiten gewisser populärer Anschauungsweisen in der Undulationstheorie und ihre Unfähigkeit, das Princip der Erhaltung der Schwingungsdauer zu ersetzen“. 2 Hefte; – *„Ueber die Abhandlung Arcari’s: „Ein Problem des Stoßes“; – *„Ueber Herrn Dr. Heger’s Abhandlung, die Auflösung von algebraischen Buchstabengleichungen betreffend“; – „Bericht über optische Untersuchungen“; – „Bericht über dioptrische Untersuchungen“; [155] – „Ueber Herrn Spitzer’s Abhandlung, die Integration mehrerer Differentialgleichungen betreffend und die darin erhobenen Prioritäts-Ansprüche“; – *„Bericht über eine Abhandlung des Dr. Anton Müller, Professor der Mathematik in Zürich: „Grundgesetze der Configuration algebraischer Curven“; – „Ueber das neue Landschafts- als Fernrohr-Objectiv“; – *„Angström’s experimentale Untersuchungen über das Spectrum des elektrischen Funkens in Beziehung auf die Farben der Doppelsterne“; – „Ueber Prof. A. Müller’s Discussionsmethode der algebraischen Flächen höherer Ordnungen“; – „Bericht über die Kulik’schen Factorentafeln“; – „Die Mathematik in ihrer Beziehung zu den Naturwissenschaften“. Von den vorerwähnten, separat gedruckten Abhandlungen sind die mit einem Stern (*) bezeichneten bereits vergriffen.

Porträt. Unterschrift. Facsimile des Namenszuges: Joseph Petzval. A. Dauthage (lith.) 1854, Wien, gedr. bei J. Höfelich’s Witwe (Fol.).