Bürgereid der Stadt Wetzlar

Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Bürgereid der Stadt Wetzlar
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aus: Wetzlarer Bürgerbuch 1614-1840.
Stadtarchiv Wetzlar IV a 20.)
Herausgeber: {{{HERAUSGEBER}}}
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Entstehungsdatum: 1662 / 1664
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Verlag:
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Erscheinungsort: Wetzlar
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung: Rechtstext zur Erlangung des Bürgerrechtes in der Reichsstadt Wetzlar aus den Jahren 1662 und 1664.
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Funktion und Bedeutung von Bürgereid und Bürgerrecht
Der Bürgereid und das Bürgerrecht sind untrennbar miteinander verbunden. Ersterer leitet sich aus dem Bürgerrecht ab, erst wenn das Bürgerrecht durch die Stadtobrigkeit gewährt worden war, ist es einem Neubürger möglich den Bürgereid abzulegen. Allgemein ausgedrückt ordnete das Bürgerrecht das soziale und politische Leben in der Stadt.
Das Bürgerrecht gewährte dem Bürger Privilegien und legte zugleich auch Pflichten auf. Privilegien waren Gerichtsbarkeit, Betrieb eines durch die Stadtordnung geschützten Betriebes oder das Nutzen von Wäldern und Weideflächen der Stadt.[1]Die Pflichten dagegen bestanden im Feuerlöschdienst, der Abgabe von Steuern, und dem Wehr- und Schutzdienst. Neben den Pflichten die die Stadt auferlegte, hatte sich der Bürger an Normen und Verhaltensvorgaben seiner Zunft oder bürgerlichen Gemeinschaft zu halten. Das Bürgerrecht wurde erst dann wirksam, wenn der Neubürger den Bürgereid geleistet hatte und in eine Zunft oder bürgerliche Gemeinschaft aufgenommen worden war.[2] Seinem Wesen nach war der Bürgereid ein promissorischer Eid, mittels dessen die Neubürger sich verbindlich zur Einhaltung einer Reihe von Pflichten gegenüber der Ratsobrigkeit und der Bürgergemeinde verpflichteten.

Anspruch auf das Bürgerrecht
Anspruch auf das Wetzlarer Bürgerrecht hatte jede Person, die in eine Familie mit Bürgerstatus geboren worden war. Mit Erreichen der Volljährigkeit konnte dieser Personenkreis das Bürgerrecht beim Magistrat beantragen.[3]

Stadtfremde Personen
Gesondert geregelt war der Erwerb des Bürgerrechts für stadtfremde Personen; diese hatten weitere spezifische Bedingungen zu erfüllen. Im wesentlichen mussten die Aspiranten nachweisen, dass sie von ehelicher Geburt waren, einen ehrlichen Beruf ausübten und sie von ihrer vorherigen Herrschaft ordentlich entlassen worden waren; gleiches galt auch für Personen, die in die Bürgerschaft einheiraten wollten.[4] Um das Bürgerrecht zu erhalten mussten die Personen, die aus der Bürgerschaft stammten aber auch Stadtfremde eine entsprechende Gebühr entrichten - Stadtfremde hatten zusätzlich noch das Eintrittsgeld zu zahlen. [5]


[1] 1. Juramentum Civium Wetzflariensium.[WS 1]

2. Ich[WS 2] gelobe undt schwere, das ich von dieser
3. zeitt an vndt zuvornt, dem reiche, der
4. stadt vndt meinen herrn getreu vndt holt
5. sein, ihren heling helen, ihren schaden warn-
6. en zue tag zur nacht, vndt zu allen Zei-
8. ten, vnndt verstvnde ich etwas das Vn-
9. nutz schaden bringen mochte, dem Reich[WS 3], der
10. stadt vndt meinen herren, das will vndt
11. soll ich meinen herren melden vndtt nicht
12. verschweigen.

13. auch soll vndt will ich meine herrn die
14. bürgermeister, die scheffen, den rhat vndt
15. das gericht bey allen ihren rechten, genaden,
16. Privilegien[WS 4], freiheiten, loblichen gewonhei-
17. ten vnndt ihrm alten herkommen handt-
18. haben vnndt vestiglich halten, vndt helffen
19. behaltenn, nach allen meinem vermogen,
20. auch vfferstunde ein einiger aufflauff
21. in der stadt, er wehr von burgeren oder von

[2] 1. ausmerckern, so soll vnndt will ich bey meiner
2. herrn die Burgermeister[WS 5] scheffen und rhat zu
3. der zeitt tretten, bey ihnen, deß reichs vndt
4. der stadt bainer[WS 6] bleiben, vndt nicht von ihnen
5. weichen, sonder ihnen getrewen beystandt
6. thun, mein leib vndt leben bey ihnen laßen.

7. Meinen[WS 7] herren den Burgermeistern[WS 8] vndt allen
8. meinen herren deß rhats ambtlevten vndt die
9. beuelch von meinem herren han, zue allen zei-
10. ten in allen moglichen sachen an allen En-
11. den vndt stedten es seie in unser stadt Wetz-
12. flar[WS 9] oder darbueßen in holtz, in felde gantz
13. gehorsamb sein, vndt vnser Stadt nach allem
14. meinem vermogen bey dem heiligen reich
15. helffen behalten, alß mir Gott vndt sein
16. heiliges worth helffe.

[3] 1. Heut[WS 10] dato den 3.ten Decembris 1662 ist in pleno
2. senatu decretirt, daß hinkünfftig kein frembter
3. zum bürger alhier mehr angenommen werden
4. soll, er zeige dann zurforderst seinen abschieds- vnd[WS 11]geburts[WS 12]
5. brief, oder verspreche solchen in gewißer zeitt
6. bey verlust der bürgerschafft vnfehlbar bey-
7. zuebringen, thue auch gebührlich handgelöbnuß,
8. daß er drey hundertt gulden, wohe nicht würck-
9. lich hehrbringen, doch zum wenigsten verschätzten
10. vnd versteuwern, Auch daß gewöhnliche bürgergeldt,
11. nemblich, zwantzigk gulden, danebenst noch
12. einen gulden achtzehn albus absondlich vorn ledern
13. aymer zuesammen in die renth, vnd darzve
14. noch einen reichsthaler Burgermeistergebühr[WS 13], sobaltt
15. abstatten und erlegen wolle. p.

16. NB. Eine[WS 14] frembte weibßpersohn, sowohl ledigk
17. als bestattet[WS 15], so daß bürgerrecht alhier mittge-
18. nießen vnd sich einkauffen will, muß halb so viel
19. wie ein manßpersohn, vorm einzugt in die
20. Renth. nemblich siebent halben reichsthaler[WS 16] und ein halb reichsthaler Burgermeister-
21. gebühr[WS 17] erlegen.

22. Heut[WS 18] dato des 24.ten Augusti anno 1664. ist in pleno
23. senatu decretirt, daß hinkünfftig eine frembte mans-
24. persohn, so bürger alhier werden will, 24 reichsthaler

[4] 1. bürgergeltt, nebenst 1 Rthlr [Reichsthaler] vorn ledern aymer,
2. vnd noch 1 Rthlr [Reichsthaler] Bürgermeistergebür[WS 19] absondlich,
3. vnd also zuesamen – 26 Rthlr.
4. Eine frembte Weibspersohn[WS 20] aber, so wohl ledig alß
5. bestattet, halb so viel, nemblich – 12 Rthlr vor
6. daß bürgerrecht vnd einzugsgeltt, in die Renth,
7. vnd – 1/2 Rthlr. absonderlich Bürgermeistergebür[WS 21]
8. erlegen soll, vmb deßwegen daß die itzige hier
9. anweßende Bürgerschafft[WS 22] eine zeithero viel
10. taußendt gulden schulden bezahlen helffen, die neuw
11. ankommende bürger aber soweit dargegen noch
12. nichts gethan; im ubrig wird eß bey deme
13. ahm 3.to xbris [Decembris] 1662. hirvorgeschriebenen raht-
14. decret, deß abschieds- vnd geburtsbriefs,
15. wie auch deren zur schatzung bringenden – 300 fl.
16. halber allerdings gelaßen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Großbuchstaben eindeutig.
  2. Großbuchstabe eindeutig.
  3. Großbuchstabe eindeutig.
  4. Großbuchstabe eindeutig.
  5. Großbuchstabe eindeutig.
  6. Gemeint ist das Stadtbanner.
  7. Großbuchstabe eindeutig.
  8. Großbuchstabe eindeutig.
  9. Eigenname.
  10. Großbuchstabe eindeutig.
  11. Ergänzung vom linken Rand.
  12. Der Abschieds- und Geburtsbrief diente als Nachweis, dass der oder die Anwärter/in von ehrbarer Herkunft war und dass keine juristischen Forderungen aus früheren Rechts- und Herrschaftsverhältnissen gegen den/die Aspirant/in vorlagen.
  13. Großbuchstabe eindeutig.
  14. Großbuchstabe eindeutig.
  15. Gemeint ist hier eine ver­hei­ra­tete Frau. Grimmsche Wörterbuch. Bd 1. Sp.1658-1662. Stichwort: Bestattet,(2).
  16. Ergänzung vom linken Rand.
  17. Großbuchstabe eindeutig.
  18. Großbuchstabe eindeutig.
  19. Großbuchstabe eindeutig.
  20. Großbuchstabe eindeutig.
  21. Großbuchstabe eindeutig.
  22. Großbuchstabe eindeutig.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hahn, Hans Werner.: Altstädtisches Bürgertum zwischen Beharrung und Wandel: Wetzlar 1689-1870. München 1991., S. 21.; Für allgemeine Information zum Bürgereid und Bürgerrecht vgl. Ebel, Willhelm.: Der Bürgereid als Geltungsgrund und Gestaltungsprinzip des deutschen mittelalterlichen Stadtrechts. Weimar 1958.
  2. Hahn, S. 23.
  3. Hahn, S. 21.
  4. Hahn, S. 22.
  5. Hahn, S.22.