Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Avis für Angler
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 39, S. 564
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1858
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[564] Avis für Angler. Größer, als in irgend einem anderen gleich nördlichen Lande, ist in Norwegen der Fisch-Reichthum. Nicht nur, daß man vom Kleinsten bis zum Größten alle Durchgangssorten, sowohl von Süß- als Salzwasserfischen findet: die Menge dieser Thiere setzt besonders in Erstaunen. Auf dem Meeresgrunde, namentlich innerhalb des Bereiches des Malstroms, soll es nach der ausdrücklichen Versicherung der Taucher förmlich wimmeln von allerlei Seethieren, und an zwei Stellen im Eismeere habe ich gesehen, wie zwei Angler binnen etwa einer Stunde einen ganzen Kahn voll großer Fische, als Dorsche, Lachse, Plattfische, Hisen u, dgl. aus dem Meere herauszogen. Das Angeln ist in Norwegen nicht ein solch’ langweiliges Vergnügen, wie in England und Deutschland, sondern ist eine anstrengende Arbeit. Die dort gebräuchliche, aus gedrehten Rennthiersehnen bestehende Angelschnur hat am untern Ende drei kurze Schwänze, von denen jeder durch einen aus Weißblech geschlagenen kleinen Hering läuft. Der Angelhaken sitzt am Munde des Blechfischchens. Die drei Schnürenden wirft man über Bord und läßt die Schnur ablaufen. Dann zieht man fortwährend leise die Schnur auf und nieder, so daß die drei Enden mit den Blechfischchen auf dem Meeresgründe spielen. Bald beißt ein großer Fisch, oft auch zweie zugleich, und im Heraufziehen faßt noch ein dritter den dritten Blechfisch, so daß es häufig schwer wird, die Fischlast zu bewältigen. Unendlich mehr Fische, als die Menschen, holen die Seevögel aus dem Meere. Wenn man eine Schaar fischender Möven beobachtet und sieht, wie viele Fische in einer Stunde von denselben vertilgt werden, so staunt man über die Masse von Fischen, welche das Meer birgt für die zahllosen fliegenden und schiffenden Fischfänger. Und welche unberechenbare Menge von Fischen vertilgt sich im Wasser untereinander selbst?! – Die Süßwasserfische, als Lachse, Forellen u. dgl. fängt man mit künstlichen Ködern an Angelruthen. Für den täglichen Tischgebrauch dürfen sowohl bei den See- als Flußfischen nach neuerer Verordnung keine dreitheiligen Angelschnuren angewendet werden, weil bisher die Fischer von den zwei oder drei Fischen, welche sie an den dreitheiligen Schnuren ohne ihren Willen gleichzeitig fingen, immer nur die besten nahmen, die übrigen wieder in’s Wasser warfen, worin sie schmerzvoll starben, als faulende Körper die Fische ihres Geschlechtes vertrieben und wodurch ohne Zweck der Fischreichthum vermindert wurde.