ADB:Verhaegt, Tobias

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Verhaegt, Tobias“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 621, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Verhaegt,_Tobias&oldid=- (Version vom 22. April 2021, 02:41 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Verhas, Theodor
Band 39 (1895), S. 621 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 137354258
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|39|621|621|Verhaegt, Tobias|Hermann Arthur Lier|ADB:Verhaegt, Tobias}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137354258}}    

Verhaegt: Tobias V. oder Verhaagt, Verhaecht, van Haecht, Landschaftsmaler, wurde in Antwerpen im J. 1561 (nicht 1566) geboren. Nach Beendigung seiner Kunststudien, die er möglicherweise unter Anleitung seines Vaters Cornelis van Haecht machte, unternahm er die damals übliche Reise nach Italien. Während seines Aufenthaltes in Florenz zog er die Aufmerksamkeit des Großherzogs von Toscana auf sich. Er soll dort einige bedeutende Gemälde geschaffen haben, u. a. einen Thurmbau zu Babel, welchen Gegenstand er nach einer Notiz Sandrart’s wiederholt behandelte. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt im J. 1590 wurde er Mitglied der dortigen Lukasgilde und verheirathete sich mit Suzanna van Mockenborch. Nach ihrem Tode im J. 1595 schloß er eine neue Ehe mit Esther Pamphi, die ihm eine ansehnliche Mitgift ins Haus brachte, mit deren Hülfe sich seine Verhältnisse verbesserten. Trotzdem starb er in ziemlicher Armuth im J. 1631. Der größte Ruhm Verhaegt’s besteht darin, daß er zwei Jahre hindurch der erste Lehrer von Rubens gewesen ist. Neben Rubens hat er noch eine lange Reihe tüchtiger Künstler gebildet. Leider besitzen wir von seinen eigenen Werken nur noch eines, „Das Jagdabenteuer Kaiser Maxmilian’s I.“ (1613) im Museum zu Brüssel, eine phantastische Berglandschaft, die noch ganz im Stil der älteren Landschaftsmalerei gehalten ist.

Vgl. F. Jos. van den Branden, Geschiedenis der Antwerpsche Schilderschool Antwerpen 1883. S. 383–389. – Carel van Mander, Le livre des peintres. Traduction, notes et commentaires par Henri Hymans. Paris 1885. II, 288. – A. Woltmann u. K. Woermann, Geschichte der Malerei. Leipzig 1888. III, 91.