ADB:Nolcken, Erich von

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Artikel „Nolcken, Erich Matthias v.“ von Theodor Schiemann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 758, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nolcken,_Erich_von&oldid=- (Version vom 2. April 2020, 19:41 Uhr UTC)
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Nolcken: Erich Matthias v. N., als ältester Sohn des oeselschen Landraths und schwedischen Obristen Christoph Reinhold von N. und der Ingeborg Christina v. Stackelberg am 24. Mai 1694 in Riga geboren, besuchte die Universitäten Upsala und Göttingen. 1716 bereiste er Holland und wurde von dem dortigen schwedischen Minister Baron Görtz mit Depeschen nach Stockholm gesandt und dadurch veranlaßt, in die Kanzlei der Staatsexpeditionen für auswärtige Angelegenheiten einzutreten. Bald entdeckte man seine hervorragende Begabung und verwandte ihn zu wiederholten Missionen an den preußischen Hof. Von 1730 bis 1738 Regierungsrath in Pommern, rief er daselbst das adlige Fräuleinstift zu Barth ins Leben. 1738 begab er sich als außerordentlicher Gesandter nach Petersburg. Mit dem französischen Botschafter La Chetardie begünstigte er die Thronbesteigung der Kaiserin Elisabeth. Sein Plan bei dieser Staatsveränderung, Esthland und Livland an Schweden abtreten zu lassen, scheiterte an der Niederlage, welche die schwedischen Waffen im entscheidenden Augenblicke in Finnland erlitten. Doch erlangte er, daß der vordringenden russischen Armee von Petersburg aus Halt geboten wurde, wodurch damals der Verlust des Großfürstenthums verhütet ward. Als Vertreter Schwedens wohnte er der Krönung der Kaiserin Elisabeth bei. 1743 war er als zweiter Congreßgesandter mit den Verhandlungen betraut, die zu dem Friedensschlusse von Åbo führten. Das in Moskau aufbewahrte Friedensinstrument trägt seine Unterschrift und sein Siegel. 1744 Staatssecretär für die auswärtigen Angelegenheiten und 1747 Hofkanzler wurde er am 12. December desselben Jahres in den schwedischen Freiherrenstand erhoben. Er starb zu Stockholm am 18. October 1756 als Präsident im Götha Hofräth, den Seinigen nichts als einen geachteten Namen hinterlassend, hierin eine Ausnahme unter den damaligen schwedischen Staatsmännern. Sein Wahlspruch simplex recti cura, entspricht der selbständigen Stellung, die er sich inmitten der von Frankreich und Rußland beeinflußten Parteien wahrte. Er ist der Stammvater des freiherrlichen Zweiges des heute in Livland und Kurland blühenden Geschlechts.

Familienarchiv der Nolcken in Lunia. – Anrep, Swenska Adelns Aettar Taflar. – Die Neue Europäische Fama. – Vandal, Louis XV. et Elisabeth de Russie.