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Artikel „Duflos, Adolf“ von Hermann Markgraf in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 48 (1904), S. 140–141, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Duflos,_Adolf&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 11:28 Uhr UTC)
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Duflos: Adolf D., Chemiker von Ruf und Director des pharmaceutischen Instituts in Breslau, war von Geburt Franzose. Geboren 1802 zu Artenai [141] bei Orléans, der Eltern früh beraubt, vom Onkel, einem französischen Militärarzt mit nach Deutschland genommen, durch dessen frühen Tod zum zweiten Mal verwaist, ward er in Torgau von dem Rector des dortigen Lyceums M. Benedict erzogen. Seine Neigung für die Naturwissenschaften führte ihn zunächst der pharmaceutischen Laufbahn zu. Eine Stellung in Breslau lehrte ihn die fabrikmäßige Herstellung von Chemikalien kennen, 1833 gründete er selbst eine Fabrik. Dabei war er schon seit 1824 litterarisch thätig, 1835 erschien sein „Handbuch der pharmaceutisch-chemischen Praxis“ in erster Auflage. Mit einer Schrift über die chemische Natur der gebräuchlichsten Nahrungsmittel, ihre Verfälschung und die verschiedenen Mittel ihrer Entdeckung, die grundlegend wurde für die Untersuchungs-Methoden der Nahrungsmittel, habilitirte er sich 1842 an der Universität Breslau und wurde das Jahr darauf zum Verwalter der Universitätsapotheke ernannt. Damit wurde das Pharmaceutische Institut begründet, an dem nun D. eine überaus fruchtbare akademische Wirksamkeit entfaltete. 1846 wurde er außerordentlicher, 1859 ordentlicher Professor, doch schon 1866 zwang ihn ein verhängnißvolles Augenleiden, das sich später zur völligen Erblindung steigerte, dem Lehramt und der Thätigkeit im Laboratorium zu entsagen. Die litterarische Arbeit setzte er unermüdlich fort, noch 1880 erschien die sechste Bearbeitung seines chemischen Apothekerbuchs. Aber nicht nur der pharmaceutischen Chemie, der Lehre von den Giften und der Untersuchung der Nahrungsmittel galten seine Studien, sie erstreckten sich auch auf die verwandten Gebiete der technischen und landwirthschaftlichen Chemie, und seine wissenschaftliche Unterstützung förderte wesentlich das Aufblühen chemischer Industriezweige in der Provinz Schlesien. – D. blieb unverheirathet und starb erst in hohem Alter, am 9. October 1889, zu Annaberg in Sachsen.

Nach dem ihm von seinem Nachfolger im Lehramte Prof. Dr. Poleck in der Chronik der Univ. Breslau 1889/90 gewidmeten Nekrolog, der auch näher auf Duflos’ einzelne Schriften eingeht.