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Georg Christoph Lichtenberg unter Pseudonym Conrad Photorin: Timorus, das ist, Vertheidigung zweyer Israeliten, die durch die Kräftigkeit der Lavaterischen Beweisgründe und der Göttingischen Mettwürste bewogen den wahren Glauben angenommen haben

Dingen zu einer mathematischen Gewißheit kommen können, es recht als ein Criterium von der Ehrlichkeit eines Mannes anzusehen haben, wenn er des Landes verwiesen worden ist. Was ich hier von dem Lande überhaupt sage, behauptet ein großer Gelehrter von den Pallästen der Großen, die doch als der Sitz der Seele eines Landes angesehen werden müssen, ein Mann, dessen Buch die Ehre gehabt hat, die sonst nur allein der Bibel zu widerfahren pflegt, daß der Tod zwey der grösten Männer, den Cardinal Richelieu und den Hrn. von Leibnitz darüber angetroffen. Barclajusb) sagt nemlich in seiner Argenide Lib. I. Cap. X. Nunc fortuna instituit, ut in multis gentibus prope sit egregii animi indicium arceri a regiis, aut in illis jacere, welches man im Deutschen so geben könnte: Nun ist es einmal nicht anders, wenn ihr seht, daß ein Mann entweder vom Hofe gejagt worden ist, oder es an demselben nicht über die Bratenwenderstelle zu bringen weiß, so denkt nur sicherlich, es ist ein ganzer Mann.

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Georg Christoph Lichtenberg unter Pseudonym Conrad Photorin: Timorus, das ist, Vertheidigung zweyer Israeliten, die durch die Kräftigkeit der Lavaterischen Beweisgründe und der Göttingischen Mettwürste bewogen den wahren Glauben angenommen haben. , Berlin 1773, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Timorus-Lichtenberg-1773.djvu/19&oldid=- (Version vom 1.8.2018)