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Erinnerung sein, der etwas erhebliches im Schimpfen leistete. Einige Professoren haben überhaupt die Angewohnheit, in jedem Semester einen andern Collegen in der Vorlesung zu bearbeiten, so dass es selbst den vielvertragenden Studenten etwas zu stark wird.

Aber diese Art der Polemik vor den Zuhörern durchzuführen hat, abgesehen von der momentanen Belustigung, noch eine sehr bedenkliche und ethisch wie wissenschaftlich im höchsten Grade verwerfliche Consequenz, um derentwillen allein eine Einrichtung wünschenswerth erscheint, um in Zukunft einen Fortfall dieser Missstände zu bewirken. Die Studenten nämlich, welche jene despectirlichen Ausdrücke von ihren Lehrern über Collegen hören und noch nicht in der Lage sind, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden, sondern sich wohl in den meisten Fällen dem Arbitrium ihres jeweiligen Lehrers unterordnen, pflegen jenen angenehmen Ton ihrer Lehrer, wenn sie ihre Erstlingsarbeiten anfertigen, widerzuspiegeln und wenigstens in einer Verdünnung oder in einem Aufguss von sich zu geben. Man kann daher schon in den Dissertationen einzelner Universitäten die psychologische Beobachtung machen, in welcher Weise der Lehrer seine wissenschaftlichen Gegner zu behandeln pflegt. Die einen zeigen, dass der Lehrer im Colleg anständig ist, die andern, dass er unanständig ist. Es giebt aber auf Erden nichts widerwärtigeres, als die Erstlingsarbeit eines jungen

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Hans Flach: Der deutsche Professor der Gegenwart. Leipzig 1886, Seite 7. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Flach_Der_deutsche_Professor.djvu/015&oldid=- (Version vom 18.8.2016)