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schweerer muß es also noch seyn, die Gesetze für alle die merkwürdigsten Sterne festzusetzen.“

Ich kan die Grenzen nicht genau bestimmen, die zwischen dem System des Herrn Wright und dem meinigen anzutreffen seyn, und in welchen Stücken ich seinen Entwurf bloß nachgeahmet, oder weiter ausgeführt habe. Indessen bothen sich mir nach der Hand annehmungswürdige Gründe dar, es auf der einen Seite beträchtlich zu erweitern. Ich betrachtete die Art neblichter Sterne, deren Herr von Maupertuis in der Abhandlung von der Figur der Gestirne[1] gedenket, und die die Figur


  1. Weil ich den angeführten Traktat nicht bey der Hand habe, so will ich daß dazu gehörige aus der Anführung der Ouvrages diverses de Msr. de Maupertuis in den Actis Erud. 1745. hier einrücken. Das erste Phänomenon sind diejenige lichte Stellen am Himmel, welche neblichte Sterne genannt, und vor einen Haufen kleiner Fixsterne gehalten werden. [XLII] Allein die Astronomen haben durch vortreffliche Ferngläser sie nur als grosse länglichtrunde Plätzchen, die etwas lichter als der übrige Theil des Himmels wären, befunden. Hugen hat dergleichen etwas zuerst im Orion angetroffen; Halley gedenket in den Anglical. Trans. sechs solcher Plätzchen: 1. im Schwerdt des Orions, 2. im Schützen, 3. im Centaurus, 4. vor dem rechten Fuße des Antinous, 5. im Herkules, 6. im Gürtel der Andromeda. Wenn diese durch ein reflectirendes Seherohr von 8 Fuß betrachtet werden, so siehet man, daß nur der vierte Theil derselben vor einen Haufen Sterne könne gehalten werden; die übrige haben nur weißlichte Plätzchen vorgestellt, ohne erheblichen Unterschied, ausser daß eines mehr der Cirkelrundung beykommt, ein anderes aber länglichter ist. Es scheinet auch, daß bey dem ersten die durch das Seherohr sichtbaren kleinen Sternchen seinen weißlichten Schimmer nicht verursachen können. Halley glaubt: „daß man aus diesen Erscheinungen dasjenige erklären könne, was man im Anfang der Mosaischen Schöpfungsgeschichte antrift, nemlich daß das Licht eher als die Sonne erschaffen sey. Derham vergleicht sie Oeffnungen, dadurch eine andere unermeßliche Gegend und vielleicht [XLIII] der Feuerhimmel durchscheine. Er meynet, er habe bemerken können, daß die Sterne, die neben diesen Plätzchen gesehen werden, uns viel näher wären, als diese lichte Stellen. Diesen fügt der Verfasser ein Verzeichniß der neblichten Sterne aus dem Hevelius bey. Er hält diese Erscheinungen für grosse lichte, Massen, die durch eine gewaltige Umwälzung abgeplattet worden wären. Die Materie, daraus sie bestehen, wenn sie eine gleichleuchtende Kraft mit den übrigen Sternen hätte, würde von ungeheurer Grösse seyn müssen, damit sie, aus einem viel grösseren Abstande, als der Sterne ihrer ist, gesehen, dennoch dem Fernglase unter merklicher Gestalt und Grösse erscheinen können. Wenn sie aber an Grösse den übrigen Fixsternen ohngefehr gleich kämen, müsten sie uns nicht allein ungleich viel näher seyn, sondern zugleich ein viel schwächeres Licht haben: weil sie bey solcher Nähe und scheinbarer Grösse doch einen so blassen Schimmer an sich zeigen. Es würde also der Mühe verlohnen, ihre Parallaxe, wofern sie eine haben, zu entdecken. Denn diejenigen, welche sie ihnen absprechen, schliessen vielleicht von einigen auf alle. Die Sternchen, die man mitten auf diesen Plätzchen antrift, wie in dem Orion (oder noch schöner, in dem vor dem rechten Fusse des Antinous, welcher nicht anders aussiehet als ein Fixstern, der mit einem Nebel umgeben ist) würden wofern sie uns naher wären, entweder nach Art der Projection auf denselben gesehen, oder schienen durch jene Massen, gleich als durch die Schweife der Cometen, durch.“
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Immanuel Kant: Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels. Johann Friederich Petersen, Königsberg und Leipzig 1755, Seite XLI. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Allgemeine_Naturgeschichte_und_Theorie_des_Himmels.djvu/41&oldid=- (Version vom 31.7.2018)