Aus dem Märchenschatz der Kaschubei

Textdaten
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Autor: Friedrich Lorentz
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Titel: Aus dem Märchenschatz der Kaschubei
Untertitel: Eine Auswahl aus den in der Pommerellenbeilage der Danziger Neuesten Nachrichten erschienen kaschubischen Märchen
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Erscheinungsdatum: 1930
Verlag: Fuchs & Cie.
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Erscheinungsort: Danzig
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Quelle: Pomorska Digitale Bibliothek, Commons
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[U1]
Kaschubische
Märchen


Aus dem Schatz
alter Volkspoesie


Sonderdruck aus den Danziger Neuesten Nachrichten
1930


[1]
Aus dem Märchenschatz
der Kaschubei


Eine Auswahl
aus den in der Pommerellenbeilage
der Danziger Neuesten Nachrichten
erschienen kaschubischen Märchen


Aus dem Kaschubischen in Deutsche
übertragen von Dr. F. Lorentz


Druck: Danziger Neueste Nachrichten, Fuchs & Cie.


[3]
Märchen aus der Kaschubei.

In diesem Heft wird ein kleiner Blütenstrauß liebenswürdiger kaschubischer Volkspoesie gewunden. Das kaschubische Land mit seinen weiten Heiden und Nadelwäldern, seinen stillen, träumenden Seen und seiner schwermütigen Einsamkeit ist reich an Poesie. Lieder, Sagen, Märchen sind auf seinem Boden gewachsen und haben Einblicke tun lassen in die Seele dieses noch so wenig bekannten und so oft verkannten Volkes.

Oft schon haben deutsche Gelehrte und Künstler das Volk der Kaschuben besucht, seine Sprache und Volkskunst studiert und seine Poesie gesammelt und gewürdigt. Der verdienstvolle kaschubische Volkspfleger I. Gulgowski, der Gründer des kaschubischen Volksmuseums in Wdzydze, hat bekanntlich zusammen mit dem deutschen Gelehrten Professor Sohnrey in Veröffentlichungen in Zeitschriften wie in Buchform Interesse für das Volk der Kaschuben, sein Wesen, sein Leben und seine Kunst geweckt. Seiner kunstbegabten Gattin ist die Wiederbelebung altkaschubischer Hauskunst, insbesondere der Strickerei, zu danken, die bekanntlich u. a. vor wenigen Jahren in Paris durch die goldene Medaille in der polnischen Ausstellung ausgezeichnet wurde und vor dem Kriege, wie erinnerlich, auch dem kunstsinnigen Ehepaar Gulgowski eine Einladung ins Kaiserschloß nach Berlin eintrug. Gulgowski bemühte sich auch mit nimmermüder Hingabe um die Sammlung und Bewahrung des [4] schönen Märchenschatzes seiner kaschubischen Heimat. Leider raffte der Tod den liebenswürdigen kaschubischen Volkspfleger zu früh hinweg. Sein Freund, der bekannte Sprach- und Volkstumsforscher Dr. F. Lorentz, hat mit gleicher Liebe kaschubische Märchen aufgezeichnet, gesammelt und durch Uebersetzung aus dem Kaschubischen ins Deutsche ihre Schönheit auch weiteren Kreisen vermittelt. Mit der Zusammenstellung der folgenden, von Dr. F. Lorentz für die Pommerellen-Beilage der „Danziger Neuesten Nachrichten“ übersetzten kaschubischen Märchen entsprechen wir vielen, insbesondere auch aus der Kaschubei an uns gerichteten Wünschen, die wir gern erfüllen.

Danziger Neueste Nachrichten.     


Inhalt.
Seite
Der kluge Matz 5
Die ungetreue Frau 8
Der fromme Tagelöhner und der habgierige Nachbar 10
Der Soldat und der Jude 12
Der Jungbrunnen 16
Drei Gläser Wein 17
Der Schmied vor der Höllentür 19
Bestrafte Habgier 20
Die umgeschmiedete Frau 21
Der starke Gottlieb 23
Der Soldat und der Teufel 25
Die schlimmste Strafe 26
Die Jagdtasche 27
Warum der Hase kein Fleisch frißt 30
Der gute und der böse Bruder 31
Wie die Pilze entstanden 35
Der gute Zeuge 37
Der betrogene Teufel 39
Der tote Affe 41
Bittet, so wird Euch gegeben! 43